Inner Wheel Club Markgräflerland
Distrikt 86

Unterstützung für Geburtshilfe im St. Walburg`s Hospital Nyangao

Aufmerksam lauschten die Markgräfler Inner Wheelerinnen dem Vortrag von Dr. Kurt Bischofberger über seine langjährige Tätigkeit als Gynäkologe und Geburtshelfer in Afrika. Nach einem dreijährigen Einsatz als Entwicklungshelfer im Süd-Sudan kehrte er in den 1980er Jahren ans St.-Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach zurück und übernahm später als Chefarzt die Leitung der Gynäkologie und Geburtshilfe. Bis heute war er immer wieder für kürzere ehrenamtliche Einsätze mit Hilfsorganisationen wie AMREF und die Artemed-Stiftung in Afrika.
Dr. Bischofberger berichtete von seinem letzten Einsatz im St. Walburg`s Hospital in Nyangao, Tansania. Hier gibt es monatliche ca. 230 Entbindungen, davon gut ein Drittel aufgrund von Komplikationen als operative Geburten. So fröhlich die Menschen sind, so schwierig ist die medizinische Situation an diesem Krankenhaus, sei es mangels medizintechnischer Geräte, Medikamenten, Verbrauchsmaterialien, Ersatzteilen oder Reparatur-Knowhow für kaputte Gerätschaften. Fotos von Kreissaal und OP, der Bettenstation und der geburtshilflichen Instrumente zeigen, wie dringend notwendig die Arbeit von Dr. Bischofberger ist: die ärztliche Tätigkeit, die Fortbildung der Ärzte und Hebammen, das Monitoring von Komplikationen ebenso wie die finanzielle Unterstützung zur Verbesserung der Ausstattung. Nicht zuletzt unter dem Eindruck eines gummiballähnlichen Instruments – die aktuell in Nyangao eingesetzte Saugglocke – griffen die Inner Wheelerinnen beherzt in die Clubkasse und stellten Dr. Bischofberger in den vergangenen Jahren zwei Mal einen Betrag zur Anschaffung einer Saugglocke, von laparaskopischen Instrumenten, Nahtmaterialien, Medikamenten u.v.m. zur Verfügung, die er bei seinem nächsten Einsatz ins Nyangao Hospital mitbrachte.
Dr. Marlene Hiller und Johanna Maurer-Weiler, IWC Markgräflerland


  • Bischofberger5
  • Bischofberger1
  • Bischofberger2
  • Bischofberger3
  • Bischofberger4
  • Bischofberger6
  • Bischofberger7
  • Bischofberger8
  • Bischofberger9
  • Bischofberger10
  • Bischofberger11




Africa Amini Alama - ein Kurzexposé zum Vortrag von Elisabeth und Norbert Berggold:


Im Jahr 2013 informierte uns ein guter Freund, der Chemiker ist, dass er nach Tansania reist, um vor Ort das Wasser auf die Trinkqualität zu prüfen. Neugierig geworden reiste wir nach, um die sozialen Aktivitäten von „Africa Amini Alama“, einer Hilfsorganisation aus Österreich, zu besuchen.

Unser erster Eindruck war überwältigend: Innerhalb weniger Jahre wurde eine Krankenstation aufgebaut, die bald zu einem großen Krankenhaus mit Operationssaal, Geburtenstation und ambulanter Behandlungen für die ansässige arme Bevölkerung ausgebaut wurde.
Wir wurden von Cornelia Wallner, der Tochter der Gründerin Christina Wallner, die beide in Momella/Tansania leben, gefragt, ob wir beim Aufbau einer Primary-School im Maasai-Gebiet mithelfen wollen. Die Eltern der Kinder wünschen sich eine Schule, haben aber kein Geld, das für einen Schulbesuch notwendig ist.
Sie haben in einem kleinen Holzhaus, ca. 8x6m Grundfläche, das am Sonntag für den Gottesdienst genutzt wird, 140 Kinder zusammen geholt und haben „Schulunterricht“ gegeben, sehr behelfsmäßig. Elisabeth Berggold, eine Grundschullehrerin, war entsetzt – wie kann man auf so engen Raum lesen, schreiben, rechnen etc. unterrichten?
Wir sagten zu und übernahmen die Verantwortung für die neu zu bauende Schule.
Bereits im Jahr 2014 konnten wir drei verfallene Kolonialhäuser renovieren und so 4 kleine Klassenräume zu einer Schule umfunktionieren. Das Opening wurde mit großem Pomp gefeiert und die Eltern tauften die Schule „Simba-Vision“ – Simba (=Löwe auf Suaheli) ist das heilige Tier der Maasai.
Wir suchten PatInnen: Für monatlich € 30.- pro Kind können in der Schule täglich zwei warme Mahlzeiten pro Kind, Tische und Bänke für die Schulklasse, Lernmittel, und sehr gute Lehrerinnen finanziert werden. Die Unterrichts-sprache ist Englisch, sodass die Kinder nach der Grundschule (bis ca. 14 Jahre) die Secondary-School besuchen können, in der ausschließlich in Englisch unterrichtet wird.
Im nächsten Jahr bauten wir ein Lehrerinnen-Haus und zwei Schulneubauten mit insgesamt 8 großen Klassen-räumen. Eine schöne WC-Anlage für Mädchen und Buben getrennt, Waschtische zum Händewaschen (nachdem wir vom Kilimandscharo eine 25km- lange Wasserleitung gelegt hatten) und ein neuer Kochplatz wurde geschaffen.
Es gibt bereits zwei Montessori-Klassen und bald werden es mehr werden. Wir bauen nämlich ein neues, großzügiges Schulgebäude mit zwei Klassenräumen, dazwischen Studierräume und ein Lehrerinnen-Zimmer. Eine Schweizer Stiftung übernimmt die Finanzierung der Gebäude; die Einrichtung und die laufenden Betriebskosten müssen wir durch Spenden aufbringen – eine schwierige Sache in Zeiten wie diesen!
Unsere Arbeit trägt Früchte! Diese neue Generation wird selbstbewusst, Mädchen und Buben lernen gemeinsam, spielen gemeinsam und bekommen ein Gemeinschaftsgefühl, das bis jetzt nicht existiert hat! Bildung ist die Chance für ein selbständiges, erfülltes Leben!
Wir betreuen diese Schule, in der zur Zeit 170 Kinder unterrichtet werden, nun schon 8 Jahre. Jedes Jahr sind wir einen Monat vor Ort, arbeiten mit und überzeugen uns vom Fortschritt der Kinder und Jugendlichen. Beim jährlichen landesweiten Test ist unsere Schule immer unter den besten 25 Primary-Schools in ganz Tansania, von ca. 4300 Schulen!


  • K1024_dscn2676
  • K1024_dscn2933
  • K1024_luum0375
  • K1024_orange21